Kapitel 10

Kapitel 10

Softwareanwendungen der 80er Jahre

Der Treiber der PC-Einführung

Während die Hardware die Rechenleistung bereitstellte und das Betriebssystem die Ressourcen verwaltete, waren es die Softwareanwendungen, die Personalcomputer zu nützlichen und wünschenswerten Werkzeugen für Einzelpersonen, Unternehmen und Institutionen machten. In den 1980er Jahren kam eine große Vielfalt an Programmen auf den Markt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht wurden, von der persönlichen Produktivität bis hin zur Unterhaltung, und so die PC-Akzeptanz erheblich vorangetrieben.

10.1 Software für Büroproduktivität:
Arbeitsautomatisierung

Eine der wichtigsten Kategorien von Software war die Software für die Büroproduktivität, die es ermöglichte, zahlreiche Arbeitsaktivitäten zu automatisieren und deren Effizienz zu verbessern.

  • Textverarbeitungsprogramme: Das Verschwinden der Schreibmaschine: Textverarbeitungsprogramme revolutionierten die Erstellung und Bearbeitung von Dokumenten. WordStar und WordPerfect gehörten für einen Großteil der 1980er Jahre zu den dominierenden Programmen in diesem Bereich. WordStar, eines der ersten erfolgreichen Textverarbeitungsprogramme, war für seine Befehlszeilenschnittstelle mit komplexen, aber effizienten Tastaturkürzeln für Power-User bekannt.
  • WordPerfect erfreute sich später aufgrund seines umfangreichen Funktionsumfangs, einschließlich der Handhabung komplexer Formatierungen und hochwertiger Drucke, großer Beliebtheit. Gegen Ende des Jahrzehnts begann auch Microsoft Word an Popularität zu gewinnen, insbesondere mit dem Aufkommen von Windows und grafischen Oberflächen. Diese Programme boten enorme Vorteile gegenüber herkömmlichen Schreibmaschinen, da sie es Ihnen ermöglichten, Fehler einfach zu korrigieren, Texte flexibel zu formatieren, Dokumente zu speichern und abzurufen und mit mehreren Optionen zu drucken.
  • Tabellenkalkulationen: Datenanalyse auf Knopfdruck: Wie bereits erwähnt, VisiCalc für Apple II und später Lotus 1-2-3 für IBM PC waren „Killer“-Anwendungen, die viele Unternehmen dazu veranlassten, Personalcomputer zu kaufen. Mit diesen Programmen konnten Sie numerische Daten in Zellen organisieren, komplexe Berechnungen mithilfe vordefinierter Formeln und Funktionen durchführen, Diagramme erstellen und „Was-wäre-wenn“-Szenarien analysieren. Insbesondere Lotus 1-2-3 integrierte Tabellenkalkulations-, Datenbank- und Grafikfunktionen in einem einzigen Paket und wurde so zu einem wichtigen Werkzeug für Finanzanalyse, Planung und Geschäftsdatenmanagement. Andere Tabellenkalkulationen wie Multiplan (von Microsoft) und Quattro Pro (von Borland) boten im Laufe des Jahrzehnts brauchbare Alternativen.
  • Datenbanksoftware (Datenbankverwaltungssysteme – DBMS): Die Organisation von Informationen: Datenbankverwaltungssysteme (DBMS) für PCs ermöglichten es Unternehmen, große Datenmengen effizient zu speichern, zu organisieren und abzurufen. Programme wie dBase II und dBase III (und später FoxPro ) wurden zu Standards für die Erstellung relationaler Datenbanken auf PCs.
  • Mit dieser Software konnten Sie Tabellen definieren, Datensätze einfügen, Felder definieren, Abfragen ausführen, um spezifische Informationen zu extrahieren und benutzerdefinierte Berichte zu erstellen, was die Verwaltung von Unternehmensinformationen revolutionierte.
  • Präsentationssoftware: Kommunikation mit visueller Wirkung: Gegen Ende der 1980er Jahre erschien die erste Software, die speziell für die Erstellung visueller Präsentationen entwickelt wurde. Mit Programmen wie Harvard Graphics und Lotus Freelance Graphics konnten Sie Folien mit Text, Grafiken und Bildern erstellen und so die Kommunikation von Ideen und Daten bei Besprechungen und Präsentationen erleichtern.

10.2 Software für Grafik und Publishing:
Die visuelle Revolution

Die Grafikfähigkeiten der Personalcomputer der 1980er Jahre haben sich weiterentwickelt und ermöglichten gleichzeitig die Entwicklung von Software zur Bilderstellung und -bearbeitung sowie zur Veröffentlichung.

  • Zeichen- und Malsoftware: Digitale Kreativität beginnt sich zu verbreiten: Programme wie MacPaint für Macintosh und PCbrush Paint für IBM PC-kompatible Geräte boten Benutzern Werkzeuge zum Zeichnen und Malen auf dem Bildschirm mit dem Maus. Obwohl es sich zunächst nur um einfache Funktionen handelte, machten diese Programme die Erstellung digitaler Grafiken einem breiteren Publikum zugänglich. Gegen Ende des Jahrzehnts erschien fortschrittlichere Grafiksoftware mit Bildbearbeitungs- und Vektorgrafikfunktionen.
  • Desktop Publishing (DTP)-Software: Die Geburt des Personal Publishing: Wie bereits erwähnt, hatten Anwendungen wie Ventura Publisher und Aldus PageMaker einen großen Einfluss auf die Verlagsbranche.
  • Diese Programme ermöglichten das Layout von Texten und Bildern mit präziser Kontrolle über das Layout, die Typografie und die Integration grafischer Elemente, sodass Einzelpersonen und kleine Unternehmen professionell aussehende Dokumente wie Newsletter, Broschüren, Handbücher und Bücher erstellen konnten, ohne auf teure traditionelle Typografiedienste zurückgreifen zu müssen.

10.3 Kommunikationssoftware:
Sich mit der Welt verbinden (langsam)

Mit der Verbreitung von Modems entstanden auch erste Anwendungen zur Kommunikation zwischen Computern:

  • Modem- und BBS-Software: Programme wie Terminalemulatoren (für die Verbindung zu entfernten Systemen wie Großrechnern) und spezifische Software für den Zugriff auf Bulletin Board Systems (BBS) wurden bei Technikbegeisterten beliebt. BBSs waren von Einzelpersonen oder Organisationen verwaltete Systeme, die es Benutzern ermöglichten, sich über ein Modem zu verbinden, um Nachrichten auszutauschen, Software herunterzuladen und an Diskussionsforen teilzunehmen. Sie stellten die ersten Formen von Online-Communities dar.

10.4 Bildungs- und Lernsoftware:
Der PC als Lehrmittel

Das Potenzial des Personalcomputers als Lehrmittel wurde schon früh erkannt. In den 1980er Jahren wurde immer mehr Lernsoftware für verschiedene Altersgruppen und Fächer entwickelt, von Lernspielen für Kinder bis hin zu Lernprogrammen für Erwachsene.

10.5 Unterhaltungssoftware (Videospiele):
Ein stark wachsender Markt

Videospiele spielten eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung von Personalcomputern, insbesondere auf dem heimischen Markt. Plattformen wie der Commodore 64, Apple II, Atari ST und Amiga verfügten über umfangreiche und oft hochwertige Spielebibliotheken, die die Grafik- und Soundfunktionen ihrer jeweiligen Maschinen voll ausnutzten. Genres wie Text- und Grafik-Adventure-Spiele, Strategiespiele, Flugsimulatoren und Arcade-Game-Konvertierungen erfreuten sich großer Beliebtheit. Kultige Titel wie Elite, The Secret of Monkey Island, SimCity und viele andere prägten die Gaming-Kultur der 80er Jahre und veranlassten viele Benutzer, sich zum Spielen einen PC zu kaufen.

10.6 Programmiersprachen und Entwicklungstools:
Erstellen eigener Software

Für unternehmungslustige Benutzer und Entwickler standen mehrere Programmiersprachen und Entwicklungstools zur Verfügung, um eigene Anwendungen zu erstellen. BASIC blieb eine beliebte Sprache, die oft in das Betriebssystem integriert wurde (wie im Fall des Commodore 64 und des IBM PC). Andere Sprachen wie Pascal ​​​​ und C gewannen an Popularität für komplexere und professionellere Softwareentwicklung. Es erschienen auch die ersten integrierten Entwicklungsumgebungen (IDEs), die das Schreiben, Kompilieren und Debuggen von Code erleichterten.

10.7 Der Einfluss von Software auf die PC-Einführung:
Ein positiver Kreislauf

Die Verfügbarkeit nützlicher und ansprechender Software war ein entscheidender Faktor dafür, dass PCs für immer mehr Menschen und Unternehmen zu einem wertvollen Werkzeug wurden. Dadurch entstand ein positiver Kreislauf: Je mehr Menschen PCs kauften, desto größer war die Nachfrage nach Software, und die Verfügbarkeit neuer und innovativer Anwendungen trieb den Hardware-Verkauf weiter voran.

Die Softwareanwendungen der 1980er Jahre waren der eigentliche Motor der Personalcomputer-Revolution. Von Textverarbeitungsprogrammen bis hin zu Tabellenkalkulationen, von Datenbanken bis zu Grafikprogrammen und Videospielen ist eine breite Palette an Software entstanden, um den Bedürfnissen eines immer größeren Publikums gerecht zu werden. Diese Programme verbesserten nicht nur die Produktivität und boten neue Formen der Unterhaltung, sondern veränderten auch die Art und Weise, wie wir arbeiten, lernen, kommunizieren und unterhalten, und legten den Grundstein für die digitale Welt, in der wir heute leben.