Kapitel 16

Kapitel 16

Die Bekräftigung von Breitband und neuen Formen des Internetzugangs

Nachdem die Anfangsjahre des Internets hauptsächlich durch langsame DFÜ-Verbindungen gekennzeichnet waren, erlebte das Jahrzehnt 2000–2010 mit der Verbreitung von Breitband und dem Aufkommen neuer Zugangstechnologien, die es Benutzern ermöglichten, das Netzwerk schneller und interaktiver zu erleben, einen bedeutenden Wandel. Diese Entwicklung war entscheidend für das Wachstum vieler Online-Dienste, die wir heute für selbstverständlich halten.

16.1 Der Breitbandausbau:
Steigerung von Geschwindigkeit und Kapazität

Breitbandtechnologien, die deutlich schnellere Verbindungsgeschwindigkeiten als Einwahlverbindungen ermöglichen, verbreiteten sich in dieser Zeit:

  • DSL (Digital Subscriber Line): Verschiedene Varianten von DSL wurden weiter ausgebaut und verbessert. ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line): Es wurde für viele Privatanwender zur gebräuchlichsten Breitbandform und bietet schnellere Download-Geschwindigkeiten (die primäre Verkehrsrichtung für die meisten Benutzer) als Upload-Geschwindigkeiten. Die typischen Geschwindigkeiten stiegen schrittweise an, von einigen hundert Kilobit pro Sekunde auf mehrere Megabit pro Sekunde. ADSL2+: Eine verbesserte Version von ADSL, die noch schnellere Download-Geschwindigkeiten bot und unter optimalen Bedingungen und über kurze Entfernungen von der Telefonzentrale möglicherweise 20–25 Mbit/s erreichte.
  • ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line): Es wurde für viele Heimanwender zur gebräuchlichsten Breitbandform und bietet schnellere Download-Geschwindigkeiten (die primäre Verkehrsrichtung für die meisten Benutzer) als Upload-Geschwindigkeiten. Die typischen Geschwindigkeiten stiegen schrittweise an, von einigen hundert Kilobit pro Sekunde auf mehrere Megabit pro Sekunde.
  • ADSL2+: Eine verbesserte Version von ADSL, die noch schnellere Download-Geschwindigkeiten bot und unter optimalen Bedingungen und über kurze Entfernungen von der Telefonzentrale möglicherweise 20–25 Mbit/s erreichte.
  • VDSL (Very-high-bit-rate Digital Subscriber Line): Eine DSL-Technologie, die noch höhere Geschwindigkeiten sowohl im Download als auch im Upload versprach, oft über 50 Mbit/s. Die anfängliche Verbreitung war jedoch begrenzter als bei ADSL und ADSL2+, da eine fortschrittlichere Infrastruktur und kürzere Entfernungen von der Vermittlungsstelle erforderlich waren.
  • VDSL (Very-high-bit-rate Digital Subscriber Line): Eine DSL-Technologie, die noch höhere Geschwindigkeiten sowohl im Download als auch im Upload versprach, oft über 50 Mbit/s. Die anfängliche Verbreitung war jedoch begrenzter als bei ADSL und ADSL2+, da eine fortschrittlichere Infrastruktur und kürzere Entfernungen von der Vermittlungsstelle erforderlich waren.
  • Kabelinternet: Die Kabelfernsehnetze wurden weiter ausgebaut, um immer schnellere Internetverbindungsgeschwindigkeiten zu unterstützen. Die Entwicklung der DOCSIS-Technologie (Data Over Cable Service Interface Specification) ermöglichte es Kabelbetreibern, Download-Geschwindigkeiten anzubieten, die oft über denen von ADSL lagen, wodurch Kabel-Internet für viele Benutzer zu einer beliebten Wahl wurde.
  • Glasfaser (FTTx): Das Versprechen maximaler Geschwindigkeit: Glasfaser entwickelte sich zu einer sehr schnellen Internet-Zugangstechnologie. FTTH (Fiber To The Home): Bringt Glasfaserkabel direkt zum Haus des Benutzers und bietet symmetrische Geschwindigkeiten (gleicher Download und Upload) potenziell über 100 Mbit/s und mehr. FTTB (Fiber To The Building): Glasfaserkabel werden bis zum Gebäude (z. B. einem Mehrfamilienhaus) transportiert und dann andere Kabeltypen (z. B. Kupfer) für die endgültige Verbindung zum Benutzer verwendet. Obwohl der Einsatz von Glasfaser in diesem Jahrzehnt in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen steckte, stellte er den Meilenstein für schnellere und zuverlässigere Internetverbindungen dar.
  • FTTH (Fiber To The Home): Glasfaserkabel werden direkt zum Haus des Benutzers gebracht und bieten symmetrische Geschwindigkeiten (gleicher Download und Upload) von potenziell mehr als 100 Mbit/s und mehr.
  • FTTB (Fiber To The Building): Glasfaserkabel werden bis zum Gebäude (z. B. einem Mehrfamilienhaus) transportiert und dann andere Kabeltypen (z. B. Kupfer) für die endgültige Verbindung zum Benutzer verwendet. Obwohl der Einsatz von Glasfaser in diesem Jahrzehnt in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen steckte, stellte er den Meilenstein für schnellere und zuverlässigere Internetverbindungen dar.

16.2 Die Entstehung neuer Formen des drahtlosen Zugangs:
Die Freiheit der drahtlosen Verbindung

Zusätzlich zu kabelgebundenen Verbindungen entstanden im Jahrzehnt 2000–2010 neue Formen des drahtlosen Internetzugangs:

  • Wi-Fi (Wireless Fidelity): Die auf dem IEEE 802.11-Standard basierende Wi-Fi-Technologie wurde allgegenwärtig. WLAN-Router wurden in Haushalten, Büros und an vielen öffentlichen Orten (Flughäfen, Cafés, Bibliotheken) weit verbreitet und schufen WLAN-Hotspots , die es Laptops, Smartphones und anderen Geräten ermöglichten, sich ohne Kabel mit dem Internet zu verbinden. Die Weiterentwicklung der WLAN-Standards (wie 802.11g und 802.11n) führte zu einem deutlichen Anstieg der drahtlosen Datenübertragungsgeschwindigkeiten.
  • Mobilfunknetze (3G und höher): Mobilfunknetze machten mit der Einführung der dritten Generation (3G) und späterer Technologien (wie HSPA) einen Qualitätssprung. Diese Netze ermöglichten deutlich höhere Datenübertragungsgeschwindigkeiten als frühere 2G-Netze (z. B. GSM) und ermöglichten das Surfen im Internet, die Nutzung von Anwendungen und das Streamen von Multimedia-Inhalten auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets. Die mobile Konnektivität wurde zu einem Schlüsselfaktor für den mobilen Zugriff auf das Internet.
  • WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access): WiMAX war eine weitere drahtlose Breitbandtechnologie, die eine größere Abdeckung als Wi-Fi und höhere Geschwindigkeiten als frühe 3G-Netzwerke versprach. Obwohl WiMAX nicht so weit verbreitet ist wie Wi-Fi und Mobilfunknetze, wurde es in einigen Gebieten als Alternative zum kabelgebundenen Breitbandnetzwerk implementiert.

16.3 Die Auswirkungen von Breitband und schneller Konnektivität:
Neue Online-Möglichkeiten

Die erhöhte Geschwindigkeit und Kapazität, die Breitband und neue Formen des Internetzugangs bieten, hatte erhebliche Auswirkungen auf Online-Aktivitäten:

  • Video- und Musik-Streaming: Breitband ermöglichte das nahtlose Streamen von Videos (mit zunehmender Beliebtheit von Plattformen wie YouTube und dem Aufkommen von On-Demand-Streaming-Diensten wie Netflix) und Musik (wobei Dienste wie Pandora und Spotify zunehmend an Bedeutung gewinnen).
  • Herunterladen und Teilen von Dateien: Das Herunterladen großer Dateien (wie Software, Musik und Videos) wurde viel schneller und bequemer. Der legale und illegale Austausch von Dateien zwischen Benutzern ist zu einer weit verbreiteten Aktivität geworden.
  • Fortgeschrittenes Online-Gaming: Breitband ermöglichte komplexere und immersivere Multiplayer-Online-Gaming-Erlebnisse mit fortschrittlicher Grafik und Echtzeitinteraktionen mit anderen Spielern auf der ganzen Welt.
  • VoIP (Voice over Internet Protocol): Dienste wie Skype und andere auf VoIP basierende Dienste wurden immer beliebter, um Sprachanrufe über das Internet zu tätigen, oft zu geringeren Kosten als herkömmliche Telefonanrufe.
  • Cloud Computing (erste Schritte): Die Verfügbarkeit schnellerer und zuverlässigerer Internetverbindungen legte den Grundstein für die Entstehung von Cloud Computing mit Diensten, die es Benutzern ermöglichten, Daten zu speichern und Anwendungen online zu nutzen, ohne sie lokal auf ihren Geräten installieren zu müssen.

16.4 Die wachsende Bedeutung mobiler Konnektivität:
Internet immer dabei

Die mobile Breitbandkonnektivität, die durch 3G-Netzwerke und Wi-Fi ermöglicht wird, hat die Benutzergewohnheiten radikal verändert. Smartphones wurden zu immer leistungsfähigeren und leistungsfähigeren Geräten, und der mobile Zugriff auf das Internet wurde für eine wachsende Zahl von Menschen zur Realität. Dies führte zur Entstehung von „Mobile-First“-Diensten und -Anwendungen, die speziell für die Nutzung auf mobilen Geräten entwickelt wurden.

16.5 Breitbandherausforderungen:
Die digitale Kluft bleibt bestehen

Trotz erheblicher Fortschritte beim Breitbandausbau blieb die digitale Kluft eine große Herausforderung. Die Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Breitband variierte stark je nach geografischer Lage (häufig benachteiligte ländliche Gebiete) und dem sozioökonomischen Niveau des Einzelnen. Die Gewährleistung eines gleichberechtigten Breitbandzugangs für alle ist zu einem wichtigen Ziel für Regierungen und Organisationen auf der ganzen Welt geworden.

​​​​Ein weiteres aufkommendes Thema war die Netzneutralität , der Grundsatz, dass alle über das Internet übertragenen Daten gleich behandelt werden sollten, ohne Diskriminierung oder Einschränkungen aufgrund von Inhalt, Anwendung, Website oder Plattform. Etwa zu dieser Zeit gab es erste Diskussionen zu diesem Thema, mit der Befürchtung, dass Internetdienstanbieter bestimmte Arten von Datenverkehr gegenüber anderen bevorzugen könnten.

Der Erfolg des Breitbandnetzes und die Entstehung neuer Formen des Internetzugangs im Jahrzehnt 2000–2010 stellten eine grundlegende Entwicklung für die digitale Welt dar.

Die erhöhte Geschwindigkeit und Kapazität der Verbindungen ermöglichte die Entwicklung und Verbreitung einer Vielzahl neuer Online-Dienste und -Anwendungen und veränderte die Art und Weise, wie Menschen arbeiteten, sich unterhielten, kommunizierten und auf Informationen zugriffen. Die mobile Konnektivität wurde immer wichtiger und ermöglichte es immer mehr mobilen Menschen, das Internet zu nutzen. Es müssen jedoch noch wichtige Herausforderungen angegangen werden, etwa die digitale Kluft und die Notwendigkeit, einen fairen und offenen Zugang zum Internet für alle sicherzustellen.