Kapitel 18

Die Entwicklung von Software und Anwendungen (2000-2010)
Das Jahrzehnt 2000–2010 war eine Ära bedeutender Veränderungen für Software und Anwendungen. Wir waren Zeugen des Aufkommens von Webanwendungen, der Explosion mobiler Apps und der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Desktop-Software, mit einem wachsenden Einfluss von Cloud Computing und innovativen Vertriebsmodellen.
18.1 Die Bestätigung von Webanwendungen (Web 2.0):
Online-Interaktivität
Das Konzept von Web 2.0 wurde in dieser Zeit zentral und markierte eine Entwicklung vom statischen und informativen Web zu einem dynamischeren, interaktiveren und kollaborativeren Web. Webanwendungen (Webanwendungen) wurden immer ausgefeilter und boten ähnliche Funktionen wie Desktop-Anwendungen, waren jedoch direkt über einen Webbrowser zugänglich.
- Interaktivität und benutzergenerierte Inhalte: Web 2.0-Plattformen legen Wert auf die Beteiligung der Benutzer und ermöglichen es ihnen, Inhalte zu erstellen, zu teilen und mit ihnen zu interagieren. Beispiele dafür sind Blogs, Wikis (wie Wikipedia), Foto- und Video-Sharing-Plattformen (wie Flickr und YouTube) und frühe soziale Medien.
- Anspruchsvolle Webanwendungen: Webanwendungen wie Gmail (gestartet im Jahr 2004) haben gezeigt, dass es möglich ist, komplexe, reaktionsfähige Benutzeroberflächen innerhalb eines Browsers zu erstellen. Google Maps (2005) revolutionierte die Online-Navigation mit seiner dynamischen Benutzeroberfläche und interaktiven Funktionen.
- Ermöglichende Technologien: Diese Entwicklung wurde durch Technologien wie AJAX (Asynchronous JavaScript and XML) ermöglicht, die es ermöglichten, Teile einer Webseite dynamisch zu aktualisieren, ohne sie komplett neu laden zu müssen, was die Benutzererfahrung erheblich verbesserte. JavaScript-Frameworks wie jQuery und UI-Bibliotheken wie Dojo und Prototype erleichterten die Entwicklung komplexer Webschnittstellen.
18.2 Die Explosion mobiler Apps:
Software im Taschenformat
Mit dem Aufkommen von Smartphones und der Einführung von App Stores (dem Apple App Store im Jahr 2008 und dem Android Market, dann Google Play Store im Jahr 2008) kam es zu einer Explosion auf dem Markt für mobile Apps (Anwendungen für mobile Geräte). Diese Apps erweiterten die Funktionalität von Smartphones weit über Anrufe und einfaches Surfen im Internet hinaus und ermöglichten den Zugriff auf eine breite Palette von Diensten und Inhalten.
- Beliebte App-Kategorien: Die Apps deckten eine Vielzahl von Kategorien ab, darunter soziale Medien (Facebook, Twitter, Instagram), Spiele (Angry Birds, Candy Crush), Produktivität (Evernote, Dropbox), Navigation (Google Maps, Waze), Unterhaltung (Netflix, Spotify) und viele mehr.
- Mobile-First-Design: Die Entwicklung mobiler Apps führte zu einem neuen Ansatz für das Software-Design, mit einem Fokus auf Benutzerfreundlichkeit auf kleinen Bildschirmen und Touchscreen-Interaktion. Das Konzept von Mobile-First gewann immer mehr an Bedeutung, da Unternehmen oft zuerst ihre mobilen Apps und dann die Webversionen entwickelten.
18.3 Die Entwicklung der Desktop-Software:
Stabilität und neue Funktionen
Trotz des Wachstums von Web- und mobilen Anwendungen entwickelte sich Desktop-Software weiter und bleibt für viele Unternehmen von entscheidender Bedeutung:
- Betriebssysteme: Microsoft dominierte weiterhin den Markt für Desktop-Betriebssysteme mit Windows XP , Windows Vista und Windows 7 . Apple entwickelte und verbesserte Mac OS
- Produktivitätssoftware: Office-Suiten wie Microsoft Office waren weiterhin wichtige Werkzeuge zum Erstellen von Dokumenten, Tabellenkalkulationen und Präsentationen. Allerdings gab es auch ein Wachstum webbasierter Alternativen wie Google Docs , die die Möglichkeit der Online-Zusammenarbeit in Echtzeit boten.
- Kreative und professionelle Software: Software wie Adobe Photoshop , Adobe Premiere Pro , Autodesk AutoCAD und viele andere entwickelten sich weiter, bietet immer leistungsfähigere Funktionen für Grafik, Videobearbeitung, Design und andere professionelle Aufgaben.
18.4 Open-Source-Software:
Eine wachsende Kraft
Open-Source-Software gewann in diesem Zeitraum weiter an Bedeutung und Akzeptanz.
- Serverseitig: Betriebssysteme wie Linux (insbesondere Distributionen wie Ubuntu und Fedora) wurden für Webserver immer beliebter. Software wie der Apache Webserver, die MySQL Datenbank und die PHP Skriptsprache blieben Kernkomponenten der Web-Infrastruktur.
- Desktop: Open-Source-Anwendungen wie der Webbrowser Firefox und die Office-Suite OpenOffice.org (später LibreOffice) boten gültige Alternativen zu proprietärer Software.
18.5 Cloud Computing (wachsende Bedeutung):
Software as a Service
Cloud Computing entwickelte sich zu einem immer wichtigeren Software- und Servicebereitstellungsmodell. Anstatt Software lokal zu kaufen und zu installieren, könnten Benutzer über das Internet auf Anwendungen und Daten zugreifen, die auf Remote-Servern („in der Cloud“) gehostet werden.
- Software as a Service (SaaS): Bei diesem Bereitstellungsmodell wurden Anwendungen wie Gmail, Google Docs, Salesforce und viele andere als abonnementbasierte Dienste angeboten, auf die über Webbrowser zugegriffen werden konnte.
- Cloud-Speicherdienste: Dienste wie Dropbox (gestartet im Jahr 2007) ermöglichten es Benutzern, Dateien online zu speichern und zu synchronisieren und von mehreren Geräten aus darauf zuzugreifen.
- Cloud-Infrastruktur: Unternehmen wie Amazon mit Amazon Web Services (AWS) begannen, skalierbare Computerinfrastrukturen „in der Cloud“ anzubieten, was es anderen Unternehmen ermöglichte, ihre eigenen Anwendungen zu entwickeln und zu hosten, ohne in physische Hardware investieren zu müssen.
18.6 Neue Softwareverteilungsmodelle:
Von der Lizenz zum Abonnement
In diesem Jahrzehnt kam es zu einem fortschreitenden Wandel von traditionellen Softwarelizenzierungsmodellen (bei denen Sie eine Kopie der Software kauften und auf Ihrem Computer installierten) hin zu neuen internetbasierten Vertriebsmodellen. Insbesondere das Modell Software as a Service (SaaS) erfreute sich immer größerer Beliebtheit und bot Vorteile wie Zugriff von überall, automatische Aktualisierung und oft niedrigere Anschaffungskosten (basierend auf einem wiederkehrenden Abonnement).
18.7 Die Bedeutung von APIs (Application Programming Interfaces):
Die Vernetzung von Software
Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) wurden für das Software-Ökosystem immer wichtiger. APIs sind Regelwerke und Spezifikationen, die es verschiedenen Softwareanwendungen ermöglichen, miteinander zu kommunizieren und zu interagieren. Dies ermöglichte die Schaffung komplexerer und integrierter Online-Dienste, bei denen eine Anwendung die Funktionalität einer anderen nutzen konnte (z. B. eine Karten-App, die eine API verwendet, um Informationen über Restaurants oder Geschäfte anzuzeigen).
Die Entwicklung von Software und Anwendungen im Jahrzehnt 2000–2010 war von einer beispiellosen Dynamik geprägt. Das Aufkommen von Web- und Mobilanwendungen hat die Art und Weise, wie wir mit Technologie interagieren, radikal verändert und Software zugänglicher, interaktiver und portabler gemacht. Cloud Computing begann sein transformatives Potenzial zu zeigen, als sich Softwarebereitstellungsmodelle weiterentwickelten, um sich an eine zunehmend vernetzte Welt anzupassen. Die wachsende Bedeutung von Open Source und APIs unterstreicht den kollaborativen und vernetzten Charakter der modernen Softwarelandschaft.